Höhere Lebenserwartung und Kostenreduktion durch Komplementärmedizin
Betreuung durch Hausärzte mit komplementärer Zusatzausbildung kostet weniger und verlängert die Lebenszeit
Ausgewertet wurden die
Datensätze von 150.000 Versicherten über einen Zeitraum von 2006 bis 2009.
Insgesamt wurden Versicherungsdaten von 1913 konventionellen Hausärzten mit den
Datensätzen von 79 komplementären Hausärzten verglichen. Komplementär
betreute Patienten kosteten im Vergleichszeitraum um 7% weniger per anno als konventionell betreute
Patienten. Das entspricht einer
Kostenersparnis von 140 Euro/Jahr und Patient.
Besonders auffallend sind die Ergebnisse für Senioren über 75
Jahre, welche von Ärzten der anthroposophischen Medizin betreut wurden: Während die
jährlichen durchschnittlichen Behandlungskosten von
Patienten konventioneller Hausärzte bei € 1.337,- lagen,
waren es bei anthroposophischen Ärzten
nur € 1.088,- Auch die Sterblichkeit
war in der komplementär betreuten Gruppe signifikant niedriger als
bei den konventionellen Hausärzten.
Zu ergänzen ist, dass die beiden Patientengruppen sich in einigen Punkten voneinander unterschieden. Bei
den komplementär versorgten Patienten lag der Anteil an Frauen
höher und der
Anteil an Patienten aus sozial schwachen Stadtteilen niedriger. Daher
musste die Heterogenität der Gruppen statistisch korrigiert
werden. Die auf diese Weise gefundenen Unterschiede bei den
Kosten sind daher nicht auf die genannten soziodemographischen
Unterschiede zurückzuführen.
Als mögliche Erklärungen für die festgestellten Kostenunterschiede werden genannt:
- Patienten die sich für Komplementärmedizin entscheiden ("K-Patienten"), lehen konventionelle Therapien in höherem Ausmaß ab und sparen dadurch konventionelle Kosten
- K-Patienten vermeiden aufgrund ihrer Einstellung evtl. Übermedikationen und bestimmte (risikoreiche?) Untersuchungen
- Patienten mit einem Gesundheitsbewußtsein, das zu einer Entscheidung für Komplementärmedizin führt (K-Patienten), legen möglicherweise größeren Wert auf Vorsorge
- Konventionelle und Komplementäre Behandlungsmethoden haben unterschiedliche Wirksamkeit.
Diese Vermutungen und offenen Fragestellungen sollten Gegenstand weiterführender Studien sein
12.1.2012, Helmut Schöller
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