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Integrative medizinische Praxis und Forschung- Kongress zur Integrativen Medizin geplant
Helmut Schöller, Salzburg

Die Integration der Naturheilkunde und der Komplementärmedizin in Forschung und Lehre haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Derzeit ist die Forschungstätigkeit jedoch geprägt durch einen Mangel an interdisziplinärer Theoriebildung1). Die Entwicklung theoretischer Ansätze und ganzheitsbiologischer Modelle, sowie ihre wissenschaftliche Evaluation ist eine notwendige aber schwierige Aufgabe. Ein positiver Ansatz ist die transwissenschaftliche Kooperation im Forschungsbereich, sowie die interdiszipinäre klinische Zusammenarbeit.

Das gilt nicht zuletzt für die komplementäre Onkologie, aber auch für wichtige Kernbereiche der Naturheilkunde und Komplementärmedizin, wie etwa der Gesundheitsfördernug und der Prävention. Integrativ orientierte Onkologen sprechen von "Sekundärprävention"2) als einer Kernaufgabe der Nachbetreuung nach der konventioinellen oder integrativen Erstbehandlung von Menschen mit Krebserkrankungen.

Um die Theoriebildung im Forschungsbereich anzustoßen, regt die Österreichische Gesellschatt für Komplementärmedizin die interdisziplinäre Entwicklung integrativer Behandlungsprotokolle für schwere Erkrankungen an, im Besonderen zur Nachbetreuung von KrebspatientInnen im Sinne der Sekundärprävention. Das soll zur Entwicklung von Querschnittswissen führen: Gesichertes Wissen der Erkenntnisse der konventionellen Medizin können auf im Sinne eines Querschnitts neu geordnet und gesichtet werden und zur Entwicklung integrativer Protokolle verwendet werden.

Die ÖGKOM wird daher in enger Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Onkologie (ÖGO, www.oego.or.at) vom 4. bis 6. Mai einen Kongress in Salzburg mit dem Thema "Komplementärmedizin im Dienste der Gesundheit - Integrative Protokolle in der Medizin" veranstalten. "Die Entwicklung von konkreten integrativen Behandlungsprotokollen ist ein ganz wesentlicher Schritt für die Integration von Komplementärmedizin und konventioneller Heilkunde - hier gibt es großen Forschungsbedarf", so die Gynäkologin und Obfrau der ÖGKOM, Dr. Sylvia Glück.

Mit dem Kongress zur Integrativen Medizin möchten wir auch ein Signal in Richtung der Gesundheitspolitk senden: Zu den Kernthemen von Naturheilkunde und Komplementärmedizin gehören die Beachtung der Individualität und Selbstbestimmung der Patientinnen, sowie die Förderung von Gesundheitsvorsorge auf breiter Basis. Mit einer breiten Stärkung der Prävention im Sinne der Ganzheitsmedizin ist eine finanzielle Entlastung des Gesundheitssystems möglich.

1): Dieter Melchart, Theorienbildung in der Komplementärmedizin – «Stillstand» oder «still – but slowly – progressing»?, Forsch Komplementmed 2011;18:248

2): Prof. Dr. W. Köstler, Gemeinsame Nenner aller Karzinome - Therapieoptionen, Vortrag auf dem 13. Alpinen Workshop für Senologie, 10..4.2010, Wagrain

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