
Als Komplementärmediziner betrachten wir den Menschen als Gesamtheit aus Körper, Geist und Seele. Einflüsse auf einer Ebene wirken sich unweigerlich auch auf die anderen aus. Unter psychischer Belastung meldet sich der Körper oft mit somatischen Beschwerden, Kopfschmerzen, Wirbelsäulenproblematik, … Sind wir körperlich krank, leidet auch unsere Seele. Auch umgekehrt gilt: Mangel und Überbelastungen im körperlichen Bereich, Fehl- und Mangelernährung zehren an der Gesamtenergiebilanz. Wir wissen heute, dass schwere Erkrankungen wie Krebs, chronische Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen nicht ausschließlich auf körperlicher (somatischer) Ebene entstehen, sondern Ursachen auf seelischer oder geistiger Ebene haben. Diagnostische und therapeutische Zugänge auf den Körper allein zu fokussieren, erscheint vor diesem Hintergrund nicht ausreichend
ist Begründerin der Österreichischen Gesellschaft für Komplementärmedizin (ÖgKOM).
In ihrer langjährigen Tätigkeit im Rahmen der komplementärmedizinischen Beratung von Krebspatienteninnen hat sie umfangreiche Erfahrungen in der komplementärmedizinischen Begleitung bei schweren Erkrankungen gesammelt.
Frau Dr. Glück arbeitet als Gynäkologin in Salzburg und Altenmarkt.

Die Rolle der Ernährung für die Gesundheit
Die Rolle von Sport bei Burnout
Störherddiagnostik und Störherdtherapie
Prävention und therapeutische Grundzüge
muss Ursachen im stofflichen, somatischen Bereich, aber auch im feinstofflichen Bereich berücksichtigen. Schließlich müssen auch therapeutische Maßnahmen auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene ansetzen.
Was für Erkrankungen im Allgemeinen gilt, trifft auch auf die in den letzten Jahren in hohem Ausmaß zunehmenden Burnout-Erkrankungen zu. Es ist wichtig, die gesamte Energiebilanz im Leben Betroffener genau zu betrachten. Burnout-Patienten können gesund werden, wenn es gelingt, die Balance zwischen Entspannung und Anspannung, Freude und Belastung, Erholung und Anstrengung wieder herzustellen.
Mit komplementären (ergänzenden) Maßnahmen können wir das Immunsystem unterstützen (Reduktion von Infektionen), den Menschen in seiner Gesamtheit stärken, die Abwehr kräftigen, Nebenwirkungen verringern, die Lebensqualität verbessern.
Aber alles, was wir täglich von morgens bis abends tun oder erleben, beeinflusst in irgendeiner Weise das Immunsystem – positiv oder negativ.
Die Rolle der Ernährung für die Gesundheit
Wie medizinische Arbeiten zur Rolle der Ernährung bei der Entstehung schwerer Krankheiten wie Krebs belegen, sollte unsere Ernährung generell naturbelassen, überwiegend pflanzlich, abwechslungsreich und vielseitig – traditionell mediterran - sein (8,9,10,11,12,13).
· Sie sollte vor allem gut schmecken und verträglich sein
· Achten Sie auf das Wechselspiel zwischen Hunger- und Sättigungsgefühl
· Nehmen Sie sich Zeit zum Essen
· Kauen Sie jeden Bissen gründlich und genießen Sie ihn
· Essen Sie nicht zu viel oder zu spät am Abend
· Sie benötigen auch Energie, um die Speisen zu verdauen
· Ausreichende Flüssigkeitszufuhr während des Tages (zuckerarm/-frei), während des Essens wenig
· Frisches Obst und Gemüse (1,2, 6) in der für Sie bekömmlichsten Form (5 Portionen/ Tag) (7), Rohkost nicht abends
· Kaltwasserfische
· Alkohol maßvoll
· weniger rotes Fleisch, gesättigte Fettsäuren, Weißmehl, raffinierter Zucker
· Gewichtsreduktion bei Übergewicht (BMI 20-25) (8)
Zubereitung
der Speisen
Bei
gleichzeitigem Erhalt der wertvollen Inhaltsstoffe sollen Bekömmlichkeit und
Verdaulichkeit gefördert werden. Daher gilt:
· Speisen sollten möglichst immer frisch zubereitet werden
· Dünsten, garen, dämpfen, kochen ist günstig
· Zu starkes und heißes Anbraten von Fleisch soll vermieden werden
· Beim Grillen das Grillgut nicht direkt über die Glut, sondern daneben legen
· Fett/Mehlverbindungen wie Paniertes, Einbrenn etc. vermeiden
· Fett, Zucker, Salz sparsam einsetzen
· Fisch zumindest 2x wöchentlich genießen
· Haltbarmachung durch Tiefkühlung oder Milchsäuregärung
Die folgenden Nahrungsmittel und Zutaten und ihre Inhaltsstoffe (in Klammer) haben sich während der Behandlung von Burnout-Patienten als besonders hilfreich erwiesen:
Johanniskraut (Hypericin, Ätherische Öle)
Hühnereigelb (Folsäure)
Leber
Weizenkeime
Limabohnen
Sojabohnen
Petersilie (roh)
Kohlspossen
Salbei
Melisse (Ätherische Öle)
Lavendelblüten
Ginkgo bilboa (Cumarin, Cineol, Gerbstoffe, Flavonoide)
Bananen (L-Tryptophan)
Erdbeeren
Ananas
Himbeeren
Schokolade
Lavendel ist ein bewährtes Mittel gegen Herbst- und Winterdepressionen. Er enthält ätherische Öle, Cumarin, Cineol, Gerbstoffe und Flavonoide (Farbstoffe).
Salbei und Melisse wirken ausgleichend und harmonisierend, enthalten wohltuende ätherische Öle.
Gingko Bilboa trägt zur Verbesserung der Gedächtnisleistung bei und hat stimmungsaufhellende Wirkung.
Folsäure ist wichtig für die Erhaltung der Ausgeglichenheit. Bei Folsäuremangel treten Gemütsschwankungen auf. Bei jeder dritten Person mit Folsäuremangel besteht neben der Depression auch Blutarmut, die durch den Mangel an Folsäure verursacht ist. Auch die Wirkung von Medikamenten zur Behandlung der Depression wird verstärkt, wenn zusätzlich Folsäure zugeführt wird.
L-Tryptophan ist eine proteinogene a-Aminosäure. Sie zählt zu den essentiellen Aminosäuren, weil sie vom menschlichen Körper nicht gebildet werden kann und ist notwendig für die Produktion von Serotonin, einem wichtigen Botenstoff im Gehirn. Bei Serotoninmangel können depressive Symptome auftreten. Daher bewirkt ein Mangel an L-Tryptophan Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Ängste und Depressionen.
Wichtig auch ausreichende Zufuhr an Vitamin B6 und Magnesium.
Die Rolle von Sport bei Burnout
Anhand von sportmedizinischen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass mäßige körperliche Aktivität (sportliche Bewegung) zur Verbesserung der Reaktionsweise des Immunsystems führt.
Gleichzeitig ist zu erwarten, dass Patient/innen mit vermehrter körperlicher Aktivität Vorteile hinsichtlich der allgemeinen Lebensqualität haben (psychisches, körperliches und soziales Wohlbefinden) und somit von einer individuell abgestimmten, dosierten Bewegungstherapie profitieren werden.
Zudem kann eine vermehrte sportliche Aktivität hilfreich sein, die Fokussierung auf die Arbeit, die bei vielen Burnout-Patienten dominant ist, aufzubrechen. Freude an der Bewegung und das Erlebnis der Natur können sich in der leiblich-seelischen Energiebilanz positiv auswirken.
Störherddiagnostik und Störherdtherapie
Störherde, wie etwa chronische Entzündungen im Zahn- und Kieferbereich, aber auch alte Narben, können den Energiehaushalt eines Menschen negativ beeinflussen, am Gesundbleiben oder an der Heilung hinderlich sein.
Prävention und therapeutische Grundzüge
Um gegen das Ausbrennen und die seelische Erschöpfung vorzubeugen, oder im Falle einer Erkrankung therapeutisch zu intervenieren, sind die folgenden Punkte wichtig:
- Problembewusstsein schaffen
- Objektive Stressoren beseitigen („Stressdosis“)
- subjektive Bewertung der Stressoren verändern
- Stresscopingtechniken (aktives Entspannen, Vermeidungsstrategien)
2. Psychogene Interventionen
- Psychologische Betreuung
- Psychosomatisch-Psychotherapeutische Behandlung
- Stationäre Supervisionen
3. Substitution + Medikation
- Nach Abklärung mittels Labordiagnostik (Blutbild, Eisen, Folsäure, Vitamin B-Komplex, Schilddrüse, Hormone):
-
Antioxidantien inkl. Niacin/NAD, Mikronährstoffe
(Folsäure, L-Tryptophan, Vitamin B6, Magnesium)
-
Hormondefizite ausgleichen:
DHEA, Testosteron, Progesteron, Östradiol, Serotonin (=5HTP), Melatonin
Im Falle von Stresseinschuss:
- ß-Blocker: situativ, kurzwirkend auch in Kombination mit Progesteron
4. zusätzlich bei Burnout
- Hydrocortison (z. B. morgens, mittags, seltener abends, bis zur Erholung)
- Pregnenolon, ggf. Co-Enzym Q10; L-Phenylalanin?
Bei Suizidgefahr: stationäre Einweisung
Geistig-spirituelle Entwicklung
Als Komplementärmediziner beachten wir den Menschen als Gesamtheit von Leib, Geist und Seele. Ein Burnout-Syndrom (engl. (to) burn out: „ausbrennen“) ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, das als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden kann, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression führt. Aufgrund der multifaktoriellen Entstehung des Syndroms erscheint es unabdingbar, die Entwicklung der geistig-spirituellen Ebene der Betroffenen ebenfalls besonderes Augenmerk zuzuwenden.
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